Die PreisträgerInnen


Jurypreis

Das Manifest der Ineffizienz

Jurybegründung

Absichtliche Absichtslosigkeit
Dieser Film ist ein bemerkenswerter Beitrag, der uns über die Verhältnisse und Systeme in unserer Gesellschaft nachdenken lässt. Einer Gesellschaft die geprägt ist von den Gesetzen eines Marktes, von dessen Diktat der Produktivität, Zweckmäßigkeit und Brauchbarkeit. Der Film ist ein Statement gegen das schleichende Einsickern von Wirtschaftsbegriffe wie „profitabel“, „wirtschaftlich“ und „rentabel“ in den Bereich der Kunst. Die trockene Spielweise der Darsteller_innen und die absichtliche Absichtslosigkeit in seiner Gestaltung geben ihm eine Ernsthaftigkeit und besondere Komik, als wäre ein Bild von Rene Magritte mitten auf der Kinoleinwand gelandet.


Publikumspreis

Death Dreams - Träume des Todes

Jurybegründung

"Death Dreams - Träume des Todes" erhielt beim Publikumsvoting die meisten Stimmen - herzliche Gratulation zum Publikumspreis der video&filmtage 2017!


Jurypreis

Der Cosmospinguin in Sushiland

Jurybegründung

Fantastische Freundschaften
Mit "Der Cosmospinguin im Sushiland" zeichnet die Jury einen Film aus, dessen Protagonist auf fantasievolle und kreative Art und Weise eine Reise um die Welt unternimmt. Bei dieser Reise entstehen witzige und absurde Momente, die sich unter anderem durch die treffsichere Stilisierung der jeweiligen Orte auszeichnen. Dabei erweitert sich der Kosmos um zahlreiche Freundschaften. Einziger Kritikpunkt der Jury ist allerdings der wilde Fahrstil der Figuren in den verschiedenen Ländern.


Jurypreis

Der Märchenmix

Jurybegründung

Bezaubernde Verbindung von Bild und Ton
Was ist die schönste Erkenntnis für junge, kreative Menschen? Die Erkenntnis, dass sie sich auf einer großen Spielwiese befinden, und alles möglich ist. Die naive Herangehensweise an große Projekte belohnt Aufmerksame oft mit einem Fund: im Fall von Märchenmix, war dieser Fund eine Tonbandkassette, deren emotionale und authentische Qualität von den jungen Filmemacher_innen erkannt wurde. Ein neues Medium mit einem alten zu verbinden birgt viele Möglichkeiten, in Märchenmix sind diverse Spielarten des Humors, der Anarchie und des Augenzwinkerns ausgeschöpft worden, gepaart mit einem großen Talent der Darsteller_innen das Publikum zu bezaubern.


Jurypreis

Der Spiegel im Spiegel

Jurybegründung

Ende. Unbekannt!
Den Filmemacher_innen gelingt es, in einem berauschenden Mix aus Bildern und Tönen die atmosphärische Stimmung eines ungewöhnlichen Werks von Michael Ende experimentell und anspruchsvoll einzufangen.


Jurypreis

Die Klartraum Methode

Jurybegründung

Ein Spiel mit dem Publikum
Der Film stellt spannende Fragen, und konfrontiert die Zuschauer_innen - aber auch seinen Protagonist_innen - mit Rätseln, die sich erst nach und nach erschließen. Mit großem technischem und schauspielerischem Können behandelt dieser Kurzfilm schwere - und auch schwierige - Themen wie Traumatisierung, Verdrängung, Manipulation und Gewalt. Die Geschichte ist in Form eines fesselnden Thrillers erzählt, der - mit Hilfe einer komplexen Schnitt- und Montagetechnik - die Wahrheit erst ganz zum Schluss enthüllt.


Jurypreis

Entbindung

Jurybegründung

Erwartungen wider Erwartungen
Der Film spielt humorvoll und gekonnt mit Erwartungen - baut sie auf und bricht sie wenn es schon fast wehtut. Dabei machen die Lust am Detail, die Leidenschaft für Filmsprache und dramaturgische Wendungen viel Spaß beim Zusehen. Die Lust der Regisseurin am Experimentieren mit den verschiedenen Ebenen ist in jeder Filmminute spürbar. Ein Experiment, das sich in einem perfekten Ende bündelt.


Jurypreis

Ext 1-4 / TAG

Jurybegründung

Musische Wortgewalt
Den Filmemachern ist es gelungen einen raffinierten, humoristischen und kurzweiligen Film zu machen. Mit einem scharfen Auge fürs Detail, subtilem Witz, gekonnten Brüchen und cineastischer Fingerfertigkeit haben sie den Produktionsbedingungen getrotzt. Eine ironische Betrachtung auf die Filmbranche ist gelungen.


Jurypreis

Fantasy Love

Jurybegründung

Überraschende Wendung
Schon Goethe wusste, wie schwierig es ist, sich kurzzufassen. Von ihm stammt das Zitat: "Ich schreibe dir einen langen Brief, für einen kurzen hab ich keine Zeit." Diesem Film aber gelingt es, in nur 100 Sekunden eine Geschichte zu erzählen, die es schafft, uns zu überraschen. Dabei gibt es am Ende nicht nur eine Pointe, sondern auch eine Message. Das ist großes Kino.


Jurypreis

Lauf des Lebens

Jurybegründung

Ein roter Punkt auf weitem Feld
Mit Mut zu einer offenen Regieführung, einer Erzählung mit Auslassungen und einem großartigen Lai_innen-Cast schafft dieser Film in unaufgeregter Weise Großes Kino. Jugendliche am Land telefonieren, schauen fern, treffen sich und einer stirbt. Kein Wort zu viel. Keine Geste zu stark. Völlig unprätentiös wird hier von Tragischem und Alltäglichem erzählt. Die einfühlsame Darstellung seiner Figuren und dramaturgisch komplexe Erzählweise steht vor einer technischen Perfektion. Die Liebe zum Film leuchtet immer wieder in raschen Zooms durch. Wir wünschen uns, dass sich der Regisseur diesen Mut bei seinen zukünftigen Filmen beibehält!


Jurypreis

Men On A Manmade Island

Jurybegründung

Ein guter Dokumentarfilm bildet mehr, als nur die Realität ab.
Ein Sommertag an der Donau. Begegnungen mit Menschen, wie beiläufig. Sie werden unprätentiös und mit Respekt gefilmt, erzählen entspannt aus ihrem Leben, wirken authentisch. Diese Offenheit vor der Kamera bekommt man nur, wenn man selbst offen und aufrichtig ist. Die Autorinnen haben mit diesem Film bewiesen, dass sie ein großes Talent für dokumentarisches Beobachten haben und die Jury möchte sie mit dem Preis ermutigen, weiter Filme zu machen.


Jurypreis

Mia

Jurybegründung

Das Sichtbare im Unsichtbaren
In fragmentarischen Szenen erzählt die Regisseurin die zarte Geschichte einer Annäherung zweier junger Menschen, die es im Leben nicht leicht haben. Damit gelingt ihr ein subtiler Film über Freundschaft, sommerlich leicht, cineastisch fotografiert, malerisch komponiert. Der Film ist der Beweis, wie sehr es sich lohnen kann eine Unbekannte im Bus anzusprechen, um sie zu fragen, ob sie die Hauptdarstellerin im eigenen Film sein möchte.


Jurypreis

Montagskaffeegespräch

Jurybegründung

Der Film zieht uns mitten hinein in einen ganz normalen Alltag. Die langsame Schwere, wenn der Tag ungefüllt vor einem liegt ist förmlich spürbar. Die spontanen Ereignisse werden abwechselnd aus der Ich-Perspektive und aus dem Off erzählt. Die ungewöhnliche Erzählform, verrät viel Liebe zum Experiment und hat das Potential für einen eigenen, besonderen Stil. Der Essayfilm ist persönlich und direkt aus dem Leben erzählt. Die Jury sieht in den Filmemacher_innen ein gutes Team, das hoffentlich auch weiterhin mit ihrem unkonventionellen Zugang zum Geschichtenerzählen die Film- und Medienlandschaft bereichert.


Jurypreis

No Face Emoji

Jurybegründung

"No Face Emoji" ist ein reflektierter und kluger Film, der sich in virtuoser Art und Weise aus zwei Quellen speist: Zum einen aus der Lebenswelt des 17-jährigen Künstlers und zum anderen aus seiner Begeisterung für die Filmgeschichte. So entsteht ein eigenständiges Werk, das die Jury verblüfft und begeistert hat. „No Face Emoji“ besticht durch seine sehr persönliche, eigene Handschrift. Die Auswahl der Charaktere wurde sorgfältig und stimmig getroffen. Der Film ist sowohl auf akustisch-visueller, als auch auf inhaltlicher Ebene gelungen. Die Musikstücke in Kombination mit totalen, tableauartigen Einstellungen ergeben eine sehr stimmungsvolle Einheit.


Jurypreis

Rechte Seite

Jurybegründung

Innovativer Filmgenuss ganz ohne Bauchzwicken
Eine persönliche Geschichte, die ernst ist und uns gleichzeitig mit trockenem Humor zum Lachen bringt. Wie aus einem Tagebuch werden die Erinnerungen mit Playmobilfiguren nachgespielt. Viel Charme, Witz und Persönlichkeit erhalten die Figuren vor allem durch die Stimmen, die ihnen die Filmemacherin verleiht – mit Mundart, Slang und witzigen Macken. Zusammen mit den detailliert gestalteten Räumen ist hier ein unkonventioneller Film gelungen, der alle andere ist als Plastik.


Jurypreis

sensations

Jurybegründung

Kinematografische Poesie
Oft zeigt sich bereits bei der ersten Einstellung eines Films, ob sich die Reise für die Zusehenden lohnt. Und in diesem Fall ging es uns allen in der Jury gleich: wir sind sofort eingestiegen und wollten mit. Dieser kurze Film über die fließende Grenze zwischen Liebe und Freundschaft besticht durch wunderschöne, poetische Bilder, die ein großes Gespür für Farben und Licht aufweisen. Es hat uns zutiefst beeindruckt, dass es sich hierbei um die erste filmische Kameraarbeit der jungen Regisseurin handelt.


Jurypreis

Suicide

Jurybegründung

Leidenschaftliche Bildsprache
Dieser Film überzeugt durch beeindruckende emotionale Tiefe, einfühlsame Regie, aufwühlende Bildsprache und besonders gutes Schauspiel. Das schwierigste Thema des Erwachsenwerdens, nämlich die Erkenntnis wie nahe Glück und Unglück, Leben und Tod beieinanderliegen, ist in SUICIDE mit großer Reife in sehr wenigen Minuten unter die Haut gehend dargestellt. Die Leidenschaft und Ernsthaftigkeit des Filmemachers haben die Jury überzeugt.


Jurypreis

Walk of Shame

Jurybegründung

Eine gute Idee, gut umgesetzt, macht einen guten Kurzfilm aus.
Mit seiner sehr humorvollen "Was wäre wenn..." Geschichte, hinterfragt dieser Film gängige Klischees: Alltagssituationen werden konsequent auf den Kopf gestellt, Identitäten in Frage gestellt, Verhalten ins Extrem geführt. Der Film hat die Jury sowohl mit seiner authentischen Schauspielführung als auch der gekonnten optischen Umsetzung überzeugt.